Prompt
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der du einem KI-Modell sagst, was es tun soll, etwa eine Frage oder eine Arbeitsanweisung. Wie gut die Antwort eines Sprachmodells ausfällt, hängt stark davon ab, wie klar und vollständig dieser Prompt formuliert ist.
Woraus ein guter Prompt besteht
Ein brauchbarer Prompt beantwortet die Fragen, die auch eine neue Kollegin stellen würde. Was ist die Aufgabe? Für wen ist das Ergebnis gedacht? Welche Informationen stehen zur Verfügung? In welcher Form soll die Antwort kommen, etwa als kurze E-Mail oder im JSON-Format für eine Automatisierung?
Beispiele helfen mehr als lange Beschreibungen. Zwei oder drei Muster, wie eine gute Antwort aussieht, lenken das Modell zuverlässiger als Adjektive wie „professionell“ oder „freundlich“. Diese Technik heißt Few-Shot-Prompting.
Systemprompt und Prompts in Automatisierungen
In Anwendungen wie Chatbots oder Agenten gibt es meist einen Systemprompt. Er legt dauerhaft Rolle und Regeln fest und wird bei jeder Anfrage mitgeschickt, ohne dass Nutzer ihn sehen. Die eigentliche Frage des Nutzers kommt dann dazu.
Ist ein Prompt fest in eine Automatisierung eingebaut, arbeitet er wie ein Stück Programmcode. Er sollte dann mit echten Beispielfällen getestet und nach jedem Modellwechsel erneut geprüft werden, denn schon kleine Änderungen an Formulierung oder Modell können das Ergebnis spürbar verschieben.
Typische Fehler und Risiken
Ein klassischer Fehler ist fehlender Kontext. Die Anweisung „Schreib eine Antwort an den Kunden“ liefert Allgemeinplätze, wenn das Modell weder die Anfrage noch den Stand des Auftrags kennt. Ebenso problematisch sind widersprüchliche Vorgaben, etwa „kurz halten“ und „alle Details nennen“ im selben Prompt.
Ein Sicherheitsrisiko ist Prompt Injection. Dabei stecken in Texten, die das Modell verarbeitet, versteckte Anweisungen, die den ursprünglichen Prompt aushebeln sollen. Die OWASP führt Prompt Injection in ihrer Top-10-Liste der Risiken für LLM-Anwendungen an erster Stelle. Wer ein Modell mit fremden Inhalten wie E-Mails oder Webseiten arbeiten lässt, sollte seine Rechte deshalb eng begrenzen.
Beispiel: Statt „Fasse diese E-Mail zusammen“ funktioniert besser: „Du arbeitest im Kundendienst eines Handwerksbetriebs. Fasse die folgende E-Mail in höchstens drei Sätzen zusammen. Nenne das Anliegen und gewünschte Termine. Antworte sachlich und ohne Anrede.“ Das Modell weiß damit, für wen es schreibt und wie lang das Ergebnis sein darf.