Retargeting
Retargeting, bei Google Remarketing genannt, ist Werbung für Menschen, die schon Kontakt mit deinem Unternehmen hatten, etwa auf deiner Website oder bei deinen Social-Media-Profilen. Ziel ist, Interessenten zurückzuholen, die noch nicht angefragt oder gekauft haben.
Wie Retargeting funktioniert
Ein Tracking-Code wie der Meta Pixel oder das Google-Tag erkennt Besucher deiner Website und ordnet sie Zielgruppen zu, zum Beispiel alle, die eine Leistungsseite angesehen, aber nicht angefragt haben. In Werbeplattformen wie Meta Ads oder Google Ads zeigst du diesen Gruppen dann eigene Anzeigen.
Neben Website-Besuchern lassen sich Menschen ansprechen, die mit deinen Videos oder Beiträgen interagiert haben. Kundenlisten aus dem CRM kannst du hochladen, um Bestandskunden gezielt anzusprechen oder sie von Neukunden-Kampagnen auszuschließen.
Warum es ohne Einwilligung nicht geht
Für Website-Retargeting werden Informationen auf dem Endgerät gespeichert oder ausgelesen. In Deutschland braucht es dafür nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung, in der Praxis über das Cookie-Banner. Wer ablehnt, landet in keiner Retargeting-Zielgruppe.
Für Nutzer aus dem Europäischen Wirtschaftsraum erwartet Google zusätzlich Einwilligungssignale, die auf Websites meist über den Consent Mode v2 übermittelt werden. Ist die Einwilligung für personalisierte Werbung nicht erteilt oder fehlt das Signal, landen diese Nutzer nicht in Remarketing-Listen. Die Zielgruppen schrumpfen dann nach und nach.
Worauf es in der Praxis ankommt
Gutes Retargeting arbeitet mit klaren Segmenten und Zeitfenstern. Wer gestern die Kostenseite gelesen hat, braucht eine andere Botschaft als jemand, der vor Wochen einen Blogartikel überflogen hat. Wer bereits angefragt oder gekauft hat, wird ausgeschlossen.
Der häufigste Fehler ist zu viel Druck. Wer dieselbe Anzeige über Wochen immer wieder sieht, reagiert genervt. Eine passende Laufzeit der Zielgruppe und wechselnde Motive, etwa eine Referenz statt der nächsten Angebotsanzeige, halten die Ansprache relevant.
Beispiel: Angenommen, ein Handwerksbetrieb bewirbt Badsanierungen. Besucher, die die Leistungsseite gesehen, aber nicht angefragt haben, sehen in den folgenden Wochen eine Anzeige mit einem umgesetzten Projekt und dem Hinweis auf die kostenlose Erstberatung. Wer das Formular abschickt, fällt automatisch aus der Zielgruppe heraus.