Local SEO
Local SEO, auch lokales SEO oder lokale Suchmaschinenoptimierung, umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen bei Suchanfragen mit Ortsbezug besser gefunden wird, etwa bei „Elektriker Karlsruhe“ oder „Steuerberater in der Nähe“. Im Mittelpunkt stehen das Google-Unternehmensprofil und die eigene Website.
Wie Google lokale Ergebnisse auswählt
Lokale Treffer erscheinen bei vielen Suchen in einem Kartenbereich mit einigen Betrieben, noch vor den normalen Ergebnissen, und in Google Maps selbst. Darunter folgen die organischen Treffer, in denen Websites nach den üblichen Regeln der Suchmaschinenoptimierung ranken. Local SEO kümmert sich um beide Bereiche.
Google nennt für die lokale Suche drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Relevanz beschreibt, wie gut ein Profil zur Suchanfrage passt. Je genauer Kategorie, Leistungen und Beschreibung zeigen, was du anbietest, desto eher ordnet Google dich passenden Suchen zu. Die Entfernung misst den Abstand zum Suchenden oder zu dem Ort, der in der Suchanfrage steht.
Bekanntheit leitet Google aus Informationen ab, die es im Web über ein Unternehmen findet, etwa Links, Artikel und Verzeichniseinträge. Anzahl und Bewertung der Rezensionen fließen ebenfalls ein. Laut Google zählt außerdem die Position der Website in den normalen Suchergebnissen. Klassische Suchmaschinenoptimierung zahlt deshalb direkt auf Local SEO ein.
Die Entfernung kannst du kaum beeinflussen. Deshalb entscheiden Relevanz und Bekanntheit darüber, ob du im Kartenbereich vor Mitbewerbern in ähnlicher Lage erscheinst. Kaufen lässt sich ein besserer Platz nicht, bezahlte Anzeigen in Maps sind davon getrennt.
Worauf es bei Profil und Website ankommt
Das Google-Unternehmensprofil ist der wichtigste Hebel. Hauptkategorie, Leistungen, Öffnungszeiten mit Sonderzeiten und echte Fotos sollten vollständig und aktuell sein. Die Hauptkategorie verdient die meiste Sorgfalt, weil Google über sie entscheidet, bei welchen Suchen dein Betrieb überhaupt infrage kommt. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, zeigt unsere Anleitung zum Google-Unternehmensprofil.
Auf der Website zählen klare Angaben zu Leistung und Einzugsgebiet. Jede wichtige Leistung bekommt eine eigene Seite, die in Überschrift und Text sagt, was du machst und wo. Wer mehrere Orte bedient, braucht für jeden wichtigen Ort eine eigene Seite mit echtem Inhalt statt ausgetauschter Städtenamen, etwa mit Projekten aus der Umgebung.
Im Profil verlinkst du die passendste Seite, bei mehreren Standorten die jeweilige Standortseite statt der Startseite. Strukturierte Daten nach schema.org, etwa der Typ LocalBusiness, helfen Google zusätzlich, Name, Adresse und Öffnungszeiten auf der Website eindeutig zu erkennen. Dazu gehört eine schnelle Seite, die auf dem Smartphone gut funktioniert, denn wer unterwegs einen Betrieb sucht, will mit einem Tipp anrufen oder die Route starten.
Firmendaten und Bewertungen stärken die Bekanntheit
Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall gleich lauten: im Profil, im Impressum und im Fußbereich der Website und in Verzeichnissen. Widersprüchliche Angaben machen es Google schwerer, Einträge einem Unternehmen zuzuordnen, und sie verunsichern Kunden. Auf kleine Schreibvarianten wie „Str.“ statt „Straße“ kommt es dabei weniger an als auf veraltete Daten, etwa eine alte Adresse nach einem Umzug oder eine Nummer, unter der niemand mehr abnimmt.
Verzeichnisse sind vor allem Quellen, in denen Google und andere Dienste Firmendaten abgleichen. Wichtiger als die Menge der Einträge ist, dass die vorhandenen stimmen. Sinnvoll sind die großen Branchenbücher, Verzeichnisse deiner Branche und deiner Stadt sowie die eigenen Einträge bei Apple Karten und Bing. Masseneinträge in beliebigen Linkverzeichnissen bringen dagegen kaum etwas.
Laut Google können mehr Rezensionen und gute Bewertungen das lokale Ranking verbessern. Bitte deshalb alle Kunden nach einem abgeschlossenen Auftrag um eine Bewertung, nicht nur die zufriedenen. Gezieltes Aussortieren und Gegenleistungen wie Rabatte verstoßen gegen die Richtlinien von Google. Am einfachsten geht es mit dem direkten Bewertungslink aus dem Profil, per Nachricht oder als QR-Code auf der Rechnung.
Antworte auf jede Bewertung, auch auf die kurzen. Google empfiehlt das ausdrücklich, weil Antworten zeigen, dass dir die Meinung deiner Kunden wichtig ist. Eine sachliche Antwort, gerade auf Kritik, zeigt künftigen Kunden außerdem, wie du mit Problemen umgehst. Details zum Auftrag oder zur Person gehören nicht hinein, denn die Antwort ist öffentlich.
Fehler, die lokale Rankings kosten
Häufig fehlen die richtigen Kategorien oder das Profil wurde seit Langem nicht gepflegt. Ein anderer Klassiker sind Suchbegriffe im Unternehmensnamen. Google erlaubt im Profil nur den echten Namen, und Verstöße gegen die Richtlinien können zur Sperrung des Profils führen.
Riskant sind auch zusätzliche Profile für Orte, an denen kein Team arbeitet, etwa an der Adresse eines virtuellen Büros. Google akzeptiert solche Standorte nicht. Ein gesperrtes Profil fehlt so lange in der Karte, bis es wieder freigeschaltet ist.
Auf der Website kosten Ortsseiten mit kopiertem Text Vertrauen, bei Google wie bei Kunden. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, behandelt Google als Brückenseiten (Doorway Pages) und kann sie abwerten. Wenige Seiten mit echtem Bezug zum Ort bringen mehr als viele austauschbare.
Und oft misst niemand, was das Profil bringt. In der Leistungsübersicht des Profils siehst du Anrufe, Routenanfragen und Klicks auf die Website. Ein UTM-Parameter am Website-Link zeigt dir in Google Analytics, welche Anfragen über das Profil kamen.
Beispiel: Angenommen, ein Sanitärbetrieb hat seinen Sitz in einer Stadt und arbeitet auch in mehreren Nachbarorten. Das Unternehmensprofil läuft auf den echten Firmensitz, das Einzugsgebiet ist hinterlegt. Auf der Website bekommt jeder wichtige Ort eine eigene Seite mit Projekten aus der Umgebung statt eines kopierten Textes mit neuem Ortsnamen.